Häufig gestellte Fragen

Fragen und Antworten

Im Folgenden finden Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zu Solarpotenzialkatastern und der Errichtung und Nutzung von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen. Diese wurden freundlicherweise von der Firma tetraeder.solar gmbh zur Verfügung gestellt, die den SolarDachAtlas technisch betreut. Bitte beachten Sie, dass weder die tetraeder GmbH noch der Regionalverband eine individuelle Beratung anbieten können.

Hinweise zu geeigneten Beratungsstellen haben wir hier für Sie zusammengestellt. Verweise auf weitere Informationen finden Sie auch in der Linksammlung der tetraeder.solar gmbh.

Wie entsteht ein Solarpotenzialkataster?

Grundlage für die Solarpotenzialanalyse sind Laserscandaten, die beim Überfliegen des jeweiligen Untersuchungsgebietes generiert werden.

Aus diesen Informationen wird ein vereinfachtes Modell der Häuser und der umgebenden Objekte (z.B. Bäume) erstellt. Im nächsten Schritt werden die Dachflächen automatisch erkannt.

Einstrahlung und Verschattung werden berechnet. Stark verschattete Bereiche werden als nicht geeignet identifiziert. Für die übrigen Dachflächen wird die Einstrahlung für den Verlauf eines ganzen Jahres bestimmt.

Einstrahlung ist nicht gleich Ertrag:
Der Wirkungsgrad (also die Fähigkeit der Module solare Einstrahlung in elektrischen Strom umzuwandeln) und die Beschaffenheit der verwendeten Bauteile bestimmen die gewonnene Menge elektrischer Energie und somit auch den möglichen finanziellen Ertrag einer PV-Anlage.

Woher stammen die Daten für den SolarDachAtlas?

Die Karte zeigt, in welchem Jahr bestimmte Regionen des Großraumes durch Laserscanning vermessen wurden.

Wie im vorhergehenden Punkt erläutert, werden die für den Atlas benötigten Grundlagendaten über eine Vermessung per Flugzeug ermittelt.

Die Erstbefliegung zur Einrichtung des SolarDachAtlas wurde 2013 vom Regionalverband (damals Zweckverband) und seinen Partnern direkt beauftragt. Nicht enthalten waren die Gebiete der Städte Braunschweig und Wolfsburg, die bereits eigene Solarkataster betrieben.

2019 wurde die Aktualisierung beschlossen und im Zuge dessen konnte die Stadt Braunschweig als Partner gewonnen werden. Die Aktualisierung dient u.a. dazu, auch Gebäude berücksichtigen zu können, die erst nach der ersten Befliegung im Jahr 2013 errichtet wurden.

Die Daten werden vom Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen bezogen, das die Befliegung organisiert.

Mit Stand zum 01.07.2020 liegen bereits aktuelle Daten für die Städte Braunschweig und Salzgitter sowie den Landkreis Goslar vor.

2021 folgt die Aktualisierung und Ergänzung für die Landkreise Peine, Gifhorn, Helmstedt und Wolfenbüttel sowie für die Stadt Wolfsburg. Bis dahin basieren die derzeitigen Informationen im Atlas für diese Gebietskörperschaften noch auf Daten aus dem Jahr 2013.

Welchen Nutzen bietet mir eine Photovoltaikanlage?

Photovoltaikanlagen erzeugen mit Hilfe von Solarmodulen Strom aus Sonnenlicht. Wenn zur selben Zeit Strom im Haus gebraucht wird, können Sie ihn direkt selbst nutzen. Für den selbst genutzten Sonnenstrom entfallen künftig die Bezugskosten. Der nicht selbst verbrauchte Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist und gemäß der aktuellen Fassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vergütet. In der Regel kann etwa ein Drittel des Strombedarfs so abgedeckt werden.

Eine weitere Möglichkeit ist es, den Strom in einer zusätzlich angeschafften Batterie für eine spätere Nutzung etwa in den Abend- und Nachtstunden zwischenzuspeichern. So steigern Sie die Selbstversorgung mit Strom vom eigenen Dach auf bis zu zwei Drittel Ihres Bedarfes. In gleichem Maße sparen Sie dadurch Kosten beim Stromeinkauf ein.

Welchen Nutzen bietet mir eine Solarthermieanlage?

Die Sonne bietet uns nicht nur die Möglichkeit umweltfreundlich Strom zu erzeugen, wie bei der Photovoltaikanlage. Durch eine Solarthermieanlage kann auch die Erzeugung von warmem Wasser und Heizwärme durch die Sonne unterstützt werden.

Die Funktion einer Solarthermieanlage ist innovativ und trotzdem simpel: Auf dem Dach oder an der Fassade wird ein Kollektor angebracht. Der sogenannte Absorber, ein im Kollektor eingebautes, dunkel beschichtetes Blech, ist mit einem Wärmeträgermedium gefüllt, das die Wärme bis zum Wärmetauscher im Haus transportiert. Im Wärmetauscher wird die Wärme an das Wasser abgegeben. Dieses kann dann sofort genutzt werden, z.B. für das Duschen, Händewaschen, Spülen oder Wäsche waschen.

Für einen Vier-Personen-Haushalt benötigen Sie 4-6 qm Kollektor-Fläche und einen Speicher von 90 l pro Person. Im Jahresdurchschnitt können ca. 60% des Warmwasserbedarfs durch Sonnenwärme bereitgestellt werden. Wenn die Sonne einmal nicht scheint, können Sie z.B. auf einen herkömmlichen Heizkessel zurückgreifen.

Auch die Räume können über eine Solarthermieanlage erwärmt werden. Die Raumtemperatur sollte bei 17-22°C liegen. Gerade im Winter kann diese Temperatur nur mit Hilfe einer Heizungsanlage erreicht werden. Die Solarthermie macht es möglich, die Energie der Sonne in Wärme für Ihre Wohnräume umzuwandeln. Je nach Anlage schafft dies Ihre Solaranlage allein oder dient ihrem Hauptheizungssystem als Unterstützung. Besonders attraktiv ist eine zusätzliche Holzpelletheizung, die sie, zusammen mit der Solarthermieanlage, vollkommen unabhängig von fossilen Energieträgern macht.

Ist es sinnvoll, eine Photovoltaik- und Solarthermieanlage zu kombinieren?

Das geht und ist sinnvoll! Schließlich wird ja im Gebäude sowohl Strom als auch Wärme benötigt. Pro Bewohner reicht zur Warmwasserunterstützung in der Regel eine Kollektorfläche von 1 bis 1,5 Quadratmeter aus. Die restliche verfügbare Fläche könnte für Photovoltaik-Module genutzt werden. Ob eine gleichzeitige Umsetzung möglich ist oder ob beides angestrebt wird, muss im Einzelfall entschieden werden.

Darüber hinaus ist eine Kombination der Nutzung der Dachflächen für eine Dachbegrünung und die Gewinnung von Solarenergie möglich!

Mein Haus ist denkmalgeschützt. Kann ich mein Solarpotenzial trotzdem nutzen?

Nur in Ausnahmefällen ist mit einer denkmalpflegerischen Erlaubnis auf einem denkmalgeschützten Gebäude die Errichtung einer Solaranlage möglich. Daher sollten Sie sich, bevor Sie in eine Planung einsteigen, als erstes bei der Unteren Denkmalbehörde Ihrer Kommune informieren.

Bitte beachten Sie: Der Schutz erstreckt sich gegebenenfalls auch auf Nachbargebäude zu einem Denkmal.

Was ist im Falle eines Brandes meines Gebäudes mit Solaranlage zu beachten?

Feuerwehrleute sind besonders geschult, mit der Gefahrenquelle PV-Anlage umzugehen. Für eine ungehinderte Durchführbarkeit von Löscharbeiten der Feuerwehr ist es jedoch wichtig, dass die Feuerwehr über die Installation der PV-Anlage rechtzeitig informiert wird.

Nicht immer ist die PV-Anlage im Falle eines Brandes von außen erkennbar. Hier hilft eine entsprechende Auskunft des Hausbesitzers und ein eindeutiges Hinweisschild im Bereich der Verteilungsschränke für Strom oder des Stromanschlusses (siehe https://www.solarwirtschaft.de/brandvorbeugung.html).

Auch ein Übersichtsplan mit Lageort der wichtigsten Komponenten (v.a. spannungsführende Leitungen und Position der DC-Freischalteinrichtung) ist im Brandfall sehr nützlich.

Von Solarthermieanlagen gehen im Brandfall hingegen keine elektrischen Gefahren aus. Gebäude mit Solarthermieanlagen unterscheiden sich daher nicht wesentlich von anderen Gebäuden. Dennoch ist im Brandfall eine Information über die Lage der Solarthermieanlage hilfreich. Nutzen Sie daher den Übersichtsplan für die PV-Anlage auch gleich für Ihre Solarthermieanlage. Sprechen Sie bei Unklarheiten auch mit Ihrem Installateur.

Das Dach meines Hauses ist schon relativ alt. Was muss ich beachten?

Eine Solaranlage wird für mindestens 20 Jahre errichtet. Ihr Dach muss während dieser Zeit stabil und sicher eingedeckt sein. Außerdem muss die Statik des Daches für die Installation einer Solaranlage ausreichend sein. Ist eine Dachsanierung in naher Zukunft abzusehen, sollte diese vor Errichtung der Solaranlage durchgeführt werden.

Bitte beachten Sie: Auf Asbestzementdächern ist die Errichtung einer Solaranlage gemäß der Gefahrenstoffverordnung nicht zulässig!

Werden Dachaufbauten wie Schornsteine, Dachgauben oder Fenster bei der Berechnung berücksichtigt?

Die Qualität der Aussage des Solarkatasters hängt von den verfügbaren Laserscannerdaten ab. Je höher die Datenqualität ist, desto mehr Dachaufbauten werden in der Berechnung berücksichtigt. Gebäude deren Datengrundlage keine Aussage über Dachaufbauten zulassen, sind gesondert gekennzeichnet. Da es sich um ein automatisiertes Verfahren handelt, sind Abweichungen von der realen Dachstruktur möglich. Oft lassen sich bestehende kleinere Aufbauten auf dem Dach aber so verändern, dass die Solarnutzung möglich wird.

Warum wird die Hintergrundkarte im Solarpotenzialkataster nicht richtig angezeigt?

Sollten die eingefärbten Gebäude sich nicht mit der Hintergrundkarte decken, kann dies folgende Ursachen haben:

  1. Die hinterlegten Luftbilder sind schräg von oben aufgenommen und zeigen daher ein verzerrtes Dach.
  2. Hintergrundkarten von Google oder OpenStreetMap verwenden nicht die korrekt eingemessenen amtlichen Katasterdaten, welche bei der Berechnung des Solarpotenzials verwendet werden.


Es kann vorkommen, dass im Solarpotenzialkataster statt der gewählten Karte nur ein hellroter Hintergrund angezeigt wird. Dies kann mehrere Gründe haben:

  1. Für den angezeigten Ausschnitt liegt kein Kartenmaterial des gewünschten Typs vor.
  2. Das Kartenmaterial ist in der gewählten Zoom-Stufe nicht vorhanden.
  3. Auf das Kartenmaterial kann vorübergehend nicht zugegriffen werden.